Seit Beginn des «Sparplan-Experiments» sind nun gut drei Jahre vergangen.
In dieser Zeit wurden:
- 38k EUR investiert
- 44.1k Vermögen aufgebaut (36.5k im Wertpapierdepot, 7.6k im Tagesgeldpuffer)
- eine jährliche Rendite von 9.9% erzielt (berechnet nach dem internen Zinsfuss)

Das Investmentvehikel unserer Wahl, der Vanguard All-World ETF, hat im Zeitraum eine jährliche Rendite von 12.2% beigesteuert. Unsere Gesamtrendite ist durch den Tagesgeldanteil etwas niedriger.

Den grössten Kurseinbruch erlebte der ETF von 140 EUR (im Februar 2025) auf 110 (im April 2025) (minus 20%). Wer erinnert sich noch an die US-Zollankündigungen? Ich persönlich habe diese Zeit ja als hervorragende Kaufgelegenheit im Gedächtnis, die leider viel zu schnell vorbei ging. Aber für das Sparplan-Experiment wollte ich eigentlich in die Haut eines Anfängers schlüpfen und «seine» Erfahrungen teilen. Das fällt mir aber schwerer als gedacht. Vielleicht hätte «er» schlimme Zweifel an seiner Strategie gehabt? Oder sich Vorwürfe gemacht, trotz der ganzen «Warnsignale» nicht rechtzeitig ETF-Anteile verkauft oder zumindest den Sparplan ausgesetzt zu haben? Ich weiss es nicht.
Jedenfalls ist das Depot trotz dieses kurzen Rücksetzer nicht «ins Minus», also unter die Summe der Einzahlungen gerutscht. Das ist psychologisch eine Menge wert. Auch wenn wir wissen, dass eine grosse, lange Börsenschwäche am Beginn eines Investorenlebens eine tolle Sache ist. Solange man ein Einkommen hat und es schafft, regelmässig in das anscheinende Fass ohne Boden zu investieren.
Der ETF ist immer noch nicht wieder beim Allzeithoch, sondern ca. 6% darunter. Und das, obwohl sowohl die den Index dominierenden US- als auch die europäischen Aktien schon wieder Höchststände erreicht haben. Wie kann das sein? Nun, die US-Aktien haben ihre Höchststände in Dollar erreicht, aber der Dollar hat gleichzeitig knapp 15% abgewertet. Das ging relativ schnell, ist aber von der Höhe her historisch im absolut normalen Rahmen. Ein US-Dollar kostet heute ca. 85 Cent, das ist ziemlich genau so viel wie vor fünf Jahren. Es gab ihn aber auch schon für 64 Cent (2008), und 2000 musste man dafür ganze 1.20 EUR bezahlen.

Interessant ist, dass in diesen Tagen in den Medien häufig die US-Lastigkeit der grossen Welt-Indizes (vor allem MSCI World) sowie das damit einhergehende Währungsrisiko kritisiert wird. Dabei waren dies genau die Renditetreiber der letzten Jahre gewesen! Währungsrisiko ist eben auch Währungschance. Über lange Zeiträume gleicht sich das üblicherweise aus. Und die starke Gewichtung nach Marktkapitalisierung hat dazu geführt, dass man eben genau bei den extrem starken Entwicklungen von Firmen wie z. B. Nvidia profitiert hat.
Mit einer stärkeren Gewichtung von europäischen Aktien wäre man seit Anfang dieses Jahres das erste mal seit Jahren besser gefahren. Solche Betrachtungen im Nachhinein, rein auf Basis der Performance, sind aber stets müssig.
Der fortgeschrittene Investor kann sich trotzdem Gedanken über die relativen Gewichte innerhalb seines Aktienanteils machen. Möglichkeiten wären:
- nach Marktkapitalisierung
- nach BIP der Regionen
- nach einem festen Gewicht nach persönlichem Geschmack (z.B. 35/35/10/20 US, Europa, Asien, EM)
Für solche Überlegungen ist es jetzt aber noch zu früh. In drei bis vier Jahren, wenn 100k Gesamtvermögen erreicht sind, kommen wir darauf zurück.
Anpassungen
Die Asset Allocation hat sich durch die starke Performance des Aktienteils auf 83 zu 17 verändert.
Um das zu korrigieren, werden wir die nächste Sparplan-Ausführungen aussetzen.
Ansonsten heisst es: weitermachen. Läuft.