Value Averaging – die Einzahlungsstrategie für mehr Rendite?

In der Vermögensaufbauphase stellt sich Dir früher oder später folgende Frage:

Wie investiere ich am besten in ETFs, wenn mir jeden Monat frisches Geld zur Verfügung steht?

Die einfache Antwort ist: per Sparplan. Dazu musst Du nur einen oder mehreren ETFs auswählen und die jeweils zu investierenden Beträge festlegen. Ab dann läuft alles auf Autopilot, selbst eine jährliche Erhöhung der Investitionsbeträge („Dynamik“) kannst Du dabei berücksichtigen lassen. So weit, so bekannt.

Für die ersten Jahre der Vermögensaufbauphase ist der einfache Sparplan eine empfehlenswerte Strategie. Denn „frühes Anfangen“ ist eine der wichtigsten Stellschrauben für finanziellen Erfolg. Lieber heute mit einem guten Plan starten als ewig am perfekten Plan feilen. Je länger Du investiert bist, desto besser. Nicht nur, weil Du mehr Geld investieren kannst. Sondern auch, weil Du wertvolle Erfahrungen darüber sammelst, wie Du mit den manchmal extremen Schwankungen des Marktes umgehst.

Probleme des einfachen Sparplans

Mit der Zeit wachsenden Dein investiertes Vermögen, Dein Einkommen und damit hoffentlich auch der monatlich investierbare Betrag. Spätestens jetzt stellen sich Fragen nach:

  • Deinen finanziellen Zielen,
  • Deinen Erwartungen
  • Der Notwendigkeit, Fähigkeit und Bereitschaft, Risiken einzugehen

Eng mit diesen Fragen verbunden sind die Themen Asset Allocation (wie viel Kapital möchtest Du in welcher Vermögenskategorie haben) und Rebalancing (wie stellst Du sicher, dass diese Aufteilung auch eingehalten wird).

Das sture Investieren per Sparplan berücksichtigt diese Aspekte nur unzureichend:

  1. Deine ETF-Auswahl impliziert zwar eine gewisse Ziel-Asset Allocation. Durch die unterschiedliche Entwicklung der Positionen wird die tatsächliche Vermögensaufteilung aber früher oder später davon abweichen. (Es sei denn Du wählst nur einen einzigen ETF. Aber auch das ist problematisch: entweder hast Du dann durch 100% Aktienanteil ein hohes Risiko, oder Du verwendest einen gemischten „Portfolio-ETF“, der Dir eine Asset Allocation vorschreibt und hohe Gebühren aufweist.)
  2. Automatisches Rebalancing wird bei Sparplänen nicht unterstützt.
  3. Die Investitionen in die einzelnen, durch ETFs abgebildete Assetklassen erfolgt unabhängig von der Marktlage. Also egal, ob die Kurse relativ „hoch“ oder „niedrig“ sind, investierst Du gleichbleibend viel Kapital.

Der in Punkt drei beschriebene „Autopilot“ ist am Anfang eine gutes, weil disziplinierendes Feature. (Mit dem Begriff „Durchschnittskosteneffekt“ oder „Cost Averaging“ (CA) wird er von Brokern sogar als renditeförderlich angepriesen. Weil Du bei niedrigen Kursen „mehr Anteile“ bekommst. Die Anzahl der Anteile ist aber vollkommen egal, entscheidend ist das investierte Kapital.)

Aber geht es nicht noch etwas besser? Können wir unsere gewünschte Asset Allocation durch Rebalancing aufrecht erhalten und evtl. sogar von Marktschwankungen profitieren?
Eine recht einfache Erweiterung des Sparplan-Autopilots ist etwas, das ich „Rebalancing Cost Averaging“ (RCA) nenne.

Rebalancing Cost Averaging

Dieses naheliegende Verfahren ist ganz ähnlich zum klassischen Sparplan (der auch „Cost Averaging“ genannt wird).
Der monatlich zu investierende Betrag ist stets konstant (oder wird lediglich per „Dynamik“ an Inflation oder Einkommenssteigerungen angepasst). Du investierst aber jeweils in jene Assetklasse, die am meisten von ihrer Zielgewichtung abweicht. Dazu baust Du Dir eine kleine Tabelle in der Tabellenkalkulation Deiner Wahl und pausierst bzw. aktivierst Deine Sparpläne jeden Monat manuell.

Durch diesen regelmäßigen Ausgleich können die Asset Allocation und damit das Risiko des Portfolios im gewünschten Bereich gehalten werden. Ohne jegliche Prognosen über die Marktentwicklung treffen zu müssen, wird dabei das Preisniveau berücksichtigt. Angenommen, Du investierst in einen Anleihen- und einen Aktien-ETF. Hat sich der Aktienmarkt relativ gut entwickelt, investierst Du eher in den Anleihen-ETF. Nach Preisrückgängen bei den Aktien investierst Du vermehrt in diese Assetklasse. Diese Art des permanenten Rebalancings kommt üblicherweise ohne Verkäufe aus, so dass es sich immer noch um eine „Buy and hold“-Strategie handelt.

Der Traum der perfekten Einzahlungsstrategie

Aber wäre es nicht noch toller, nach starken Preisrückgängen im Aktienmarkt besonders viele Aktien zu kaufen? Also mehr, als die fixe Sparrate vorgibt? Und wäre es nicht sinnvoll, bei „hohen“ Bewertungen des Aktienmarkts Deinen Aktienanteil zu reduzieren, also die Asset Allocation dynamisch anzupassen? Um so das Risiko zu verringern? Oder die Rendite zu steigern? Am besten sogar beides?

Eines vorweg: mit solchen Überlegungen begibst Du Dich auf dünnes Eis. Denn sie riechen stark nach „Market Timing“ und „taktischer Asset Allocation“ auf Basis irgendwelcher Bewertungsmodelle. Market Timing funktioniert nicht, schon gar nicht in seiner extremsten Form „auf den Crash warten“ (Kurzform: Du sitzt auf uninvestiertem Cash, und da der Aktienmarkt meistens steigt und nicht crasht, entstehen Dir hohe Opportunitätskosten. Selbst wenn der unvermeidliche Crash irgendwann kommt fällt der Markt wahrscheinlich nicht unter den Stand von damals, als Du angefangen hast mir Warten. Sofortiges Investieren wäre also trotz Crash sinnvoller gewesen).

Gleichwohl ist der Wunsch nach einer Strategie verständlich, die nach einem Crash besonders viele Aktien kauft und bei Höchstständen eher den Cash- bzw. Anleihenteil übergewichtet. Selbst wenn sich das nicht positiv auf Risiko oder Rendite auswirken sollte (es also rational betrachtet eine schlechte Strategie wäre), könnte sie dem Investor zugute kommen. Nämlich insofern, dass er langfristig an seiner Strategie festhält, weil sie ihm klare Handlungsanweisungen gibt. Und ihm in Zeiten „hoher Bewertungen“ (also evtl. vor dem Crash) ein beruhigendes Cashpolster aufbauen lässt. Der Mut, dieses Polster nach Abstürzen zu investieren, wird allerdings auch abverlangt.

Weiterhin wünschenswert ist die Eigenschaft, dass die persönliche Strategie nur soviel Risiko eingeht, wie für die Erreichung des eigenen finanziellen Ziels nötig ist.

Für mich ist Value Averaging (VA) eine solche Strategie. Sie leistet mir seit vielen Jahren gute Dienste. Statt Anfang April 2020 zu grübeln, ob und wenn ja wie viel ich in den Aktienmarkt investieren sollte, nennt sie mir einen konkreten (hohen!) Betrag. Sie befiehlt mir, den Cashanteil stark zu reduzieren und massiv in Aktien zu gehen. Das ist zwar nichts für schwache Nerven. Aber langfristig lohnenswert. Also was ist Value Averaging genau?

Vorhang auf für Value Averaging

Die Idee des „Value Averagings“ geht auf einen Fachartikel von M. Edlesen aus dem Jahr 1988 zurück. Diesen erweiterte er 1991 zu einem Buch, das 2007 in einer überarbeiteten Fassung erschien.

Die Grundidee ist folgende.

  • Du legst für Dein Portofolio ein Renditeziel fest, z. B. 5% pro Jahr (das sind ca. 0.4% pro Monat).
  • Zusammen mit der Höhe Deines monatlichen Sparbetrags ergeben sich monatliche Soll-Portfoliowerte. Als Kurve dargestellt werden sie „Value Path“ genannt. Dieser zeigt Dir auch den End-Zielwert Deines Portfolios in z. B. zehn oder zwanzig Jahren an.
  • Vor jeder monatlichen Investition schaust Du nun, ob Dein Portolio seinen Sollwert erreicht hat. Falls ja, legst Du das Geld auf ein Konto, den „Puffer“. Falls nein, investierst Du so viel Geld wie nötig in das Portfolio, um den Zielwert zu erreichen.
  • Nach Aktien-Crashes ist Dein Portfolio besonders stark vom Zielwert entfernt, also musst Du ziemlich viel Geld vom Puffer aufwenden. Dadurch verschiebt sich Deine Asset Allocation stark in Richtung Aktien.
  • Wenn der Aktienmarkt gut läuft und Dein Portfolio seine Zielwerte „von selbst“ erreicht, wächst umgekehrt der Puffer immer weiter (evtl. auch durch Aktienverkäufe) und die Asset Allocation verschiebt sich in Richtung risikoarmem Cash.
  • Solange Du genug Geld im Puffer hast, um Käufe in der geforderten Höhe durchzuführen, wird die Portfolio-Wertentwicklung also ziemlich genau entlang des Value Paths verlaufen.

Die Abbildung oben zeigt den Ist-Wert eines Beispiel-Aktienportfolios (gestrichelte Linie) und den entsprechenden Soll-Wert, also den gewünschten Value Path (graue Linie). Wenn der Ist-Wert signifikant unter den Soll-Wert fällt, wird dies durch durch Neuinvestitionen ausgeglichen (dargestellt durch orange Balken). Direkt nach der Investition (z. B. am Monatsanfang) stimmen Ist- und Soll-Wert also überein. Im darauf folgenden Monat kann das schon wieder anders aussehen und eine erneute Investition nötig sein. Wenn der Markt gut gelaufen ist, der Soll-Wert also übertroffen wird, werden Verkäufe vorgenommen. Es ist aber auch denkbar, auf Verkäufe zu verzichten, um Transaktionskosten und Steuern zu sparen. Weiterhin ist es möglich, untere und obere Limits für den Cashpuffer anzugeben, um z. B. zu verhindern, jemals zu 100% in Aktien zu gehen oder zu viel Cash zu horten.

Schauen wir uns ein Beispiel an:

  • Dein Portofolio-Startwert (sagen wir am 1. Dezember) beträgt 100000 EUR.
  • Deine Sparrate beträgt 1000 EUR pro Monat.
  • Deine Zielrendite hast Du mit 5% definiert (0.407% pro Monat).
  • Das bedeutet, Dein Zielwert für den 1. Januar beträgt 100000 EUR * (1 + 0.407%) + 1000 EUR = 101407 EUR. Denn das bereits investierte Kapital soll um 0.407% wachsen, und dazu kommt noch Deine Sparrate.
  • Am 1. Januar schaust Du nach und Dein tatsächlicher Portfoliowert beträgt 100152 EUR. Du müsstest also 1255 EUR (101407 EUR – 100152 EUR) investieren. Das ist mehr als die Sparrate. Hier wird bereits ersichtlich, warum Du den Cashpuffer braucht.

Value Averaging bewirkt, dass Du bei „günstigen“ Kursen mehr Kapital investierst (nicht nur mehr Anteile erwirbst wie beim Sparplan). Das wirkt sich nachweislich positiv auf die Rendite aus. Aber „Rendite“ ist ein dehnbarer Begriff. Deshalb schauen wir genauer hin.

Kritik an Value Averaging

Edleson vermarktet seine Strategie als in der Lage „der Markt zu schlagen“, also höhere Renditen als mit Cost Averaging zu erzielen. Einerseits recht. Aber er führt uns auch hinters Licht. Meine Kritikpunkte:

  • Absoluter Wert wird nicht verglichen. Edleson vergleicht zum Beweis den Internen Zinsfuss (IZF, engl. Internal Rate of Return, IRR) des CA-Portfolios mit dem des VA-Portfolios. Der IZF ist zwar eine sinnvolles Renditemaß für Strategien mit variablen Cashflows. Aber Edleson berücksichtigt nicht den absoluten Wert der Portfolios. Und wie ich immer wieder betone: absolute Beträge bezahlen die Brötchen, nicht Prozente. So ist es denkbar (und wahrscheinlich), dass ein Value-Averaging-Portfolio im Aktienanteil eine höhere Rendite aufweist als ein gewöhnliches Sparplan -Aktienportfolio. Aber das Gesamtvermögen im VA-Portfolio trotzdem kleiner ist.
  • Edleson vergleicht bei der IRR-Berechnung nur den Aktienanteil des Value-Averaging Portfolios. Fairerweise müsste auch der niedrig verzinste Cash-Puffer in die Berechnung der Rendite einbezogen werden, denn er zählt ja auch zum Gesamtvermögen.
  • Weiterhin muss für das „Schlagen des Marktes“ eine ganz wichtige Größe einigermaßen gut geschätzt werden: die zukünftige Marktrendite. Wählst Du Dein Renditeziel höher als die Marktrendite, also zu optimistisch, passiert folgendes. Du investierst frisches Kapital fast immer in den Aktienteil, Dein Cash-Puffer wird nicht aufgebaut und die Strategie verhält sich wie normales Cost Averaging. Deinen Zielwert erreichst Du nur, wenn Du mehr frisches Geld investieren konntest als die ursprünglich geplanten Sparbeträge.
    Wählst Du hingegen das Renditeziel geringer als die Marktrendite, investierst Du tendenziell weniger in den Aktienteil und hast am Ende einen hohen Cashbestand. Das ist einerseits ein schönes Ergebnis: Du hast Deinen Zielwert erreicht, und zwar mit geringem Risiko. Die Kehrseite ist, das Du durch dieses geringe Risiko eben auch nur eine kleinere Rendite erzielt hast. Und „mehr drin gewesen wäre“. (Das sollte aber egal sein. Denn wenn Du Dein Ziel erreicht hast, solltest Du zufrieden sein. Genug ist genug.)

Die ersten beiden Punkte sind wichtig für eine kritische Auseinandersetzung mit Edlesons Ergebnissen. Ich werde bei meinen eigenen Untersuchungen also sowohl den absoluten Vermögenswert vergleichen als auch den Cash-Anteil bei der Renditeberechnung berücksichtigen.

Um aber überhaupt etwas vergleichen zu können, müssen wir zunächst die Frage klären, die der dritte Punkt aufwirft: Was ist nun also eine sinnvolle Renditeschätzung?

Die erwartete Rendite

Es gibt mehrere Möglichkeiten die Rendite des Aktienmarkts (nehmen wir den allseits beliebten MSCI World als Stellvertreter) zu schätzen. Da das nicht Thema dieses Beitrags ist, nehmen wir einfach eine sinnvolle und einfache Näherung: die Gordon Equation. Nach dieser ist die zu erwartende reale Rendite die Dividendenrendite plus das Gewinnwachstum (jeweils jährlich). Um die nominale Rendite zu erhalten addieren wir noch die Inflation. Beim MSCI World haben wir aktuell eine Dividendenrendite von ca. 2%. Gewinnwachstum und Inflation schätzen wir auf jeweils 1.5%. Also erwarten wir eine zukünftige Rendite von 5% nominal und 3.5% real.

Klingt enttäuschend? Ist aber so ziemlich genau das, was der MSCI World in den letzten 20 Jahren (1999 bis Mitte 2020) abgeliefert hat (was immerhin einer Verdreifachung entspricht). 4% wäre also eine etwas pessimistische Schätzung und 6% etwas zu optimistisch gewesen. 8% hingegen erscheint im Nachhinein absurd hoch. Erinnert sich noch jemand an die Jahrtausendwende, als 10% als konservative Schätzung der Aktienmarktrendite galt?

Die Grafik zeigt die Wertentwicklung des MSCI World Index von Anfang 1999 bis Mitte 2020 mit all seinen Schwankungen (der Corona-Crash ist die letzte Zacke nach unten). Die orange Kurve visualisiert seine geometrische Durchschnittsrendite von 5.19% in diesem Zeitraum. Die anderen Kurven dienen dem Vergleich. Achtung: die Renditekurven sind keine Value Paths, da sie kein frisches Kapital (monatliche Sparbeiträge) berücksichtigen.

Man könnte jetzt argumentieren, dass der gewählte Zeitraum einer der schlechtesten der Geschichte war. Mit DotCom-Crash, großer Finanzkrise und Corona. Und dass die durchschnittlichen Renditen früher viel besser waren und deshalb 5% zu pessimistisch sind. Das verstehe ich. Und entgegne: die letzten zehn Jahre waren aber auch sehr gut. Und die Bewertungen sind hoch. Und so weiter. Am Ende muss jeder seine eigene Schätzung machen. Ich finde 4% bis 8% sinnvoll. Und wie gesagt: wenn Du mit weniger Rendite Dein persönliches Ziel (z. B. 500.000 EUR in 20 Jahren) erreichst – um so besser.

Schlägt Value Averaging nun Cost Averaging?

Ich habe das Verhalten der beiden Strategien Value Averaging und Rebalancing Cost Averaging (RCA) mit 80% Aktienanteil systematisch verglichen. Als Zielrenditen für Value Averaging habe ich die Werte 4%, 6% und 8% verwendet, also insgesamt drei verschiedene konkrete Ausprägungen des Value Averagings untersucht.

Über den betrachteten gut zwanzigjährigen Zeitraum hat Value Averaging mit 6% Zielrendite eine Überrendite von 1% pro Jahr gegenüber RCA gebracht (6.9% vs. 5.9%). Der absolute Vermögensendwert war knapp 9 % höher.

Wenig überraschend ging das auch einher mit einer höherer Volatilität. Durch die schlechten Aktienmarktrenditen in der ersten Hälfte des Zeitraums ging die Strategie ausgehend von einem initialen Cashpuffer innerhalb von drei Jahren (1999-2002) zu 100% in Aktien. Erst zwischen 2006 und 2008 wurde wieder ein kleiner Cashpuffer aufgebaut. Die niedrigen Renditen infolge der Finanzkrise erforderte anschließend wieder die maximale Aktienquote, die erst ab Mitte 2014 kontinuierlich zurückgefahren wurde. Die letzte große Umschichtung fand im April 2020 statt, als infolge des Corona-Absturzes massiv Aktien gekauft wurde.

Der Renditevorteil von Value Averaging gegenüber Rebalacing Cost Averaging kann teilweise einfach dadurch erklärt werden, dass der Aktienanteil über die Zeit höher ist. Ein Cost Averaging mit dauerhaft 100% Aktien erzielt eine ähnlich hohe Rendite mit geringfügig höherer Volatilität.

Weiterhin habe ich alle Zehnjahreszeiträume im Bereich von 1999 bis 2020 untersucht (also 1999-2009, 2000-2010, 2001-2011 usw.). Value Averaging war in ca. 70% der Fälle im Vorteil. Die genauen Untersuchungsergebnisse inkl. Tabellen und Grafiken veröffentliche ich gern in einem der nächsten Artikel.

Wie starte ich mit Value Averaging?

Damit Du gleich starten und etwas mit Value Averaging herumprobieren kannst, habe ich eine Tabelle erstellt. Die kannst Du hier herunterladen. Sie sieht ungefähr so aus:

Im oberen Teil gibst Du die vier grundlegenden Parameter ein:

  • Dein Renditeziel (Markterwartung oder darunter, wenn Du Dein Ziel auch mit geringerer Rendite erreichst)
  • Die jährliche Sparrate
  • Die jährliche Steigerung der Sparrate (Anpassung an Inflation und Einkommenssteigerung)
  • Der Startwert Deines Portfolios

Daraus werden die Zellen unterhalb von „Planung“ automatisch berechnet. Du musst nun monatlich den Portfoliowert in der „Ist“-Spalte eintragen. Dann wird Dir „zu investieren“ berechnet. Was Du tatsächlich investiert hast, dokumentierst Du unter „investiert“. Wahrscheinlich wirst Du nur investieren (oder verkaufen), wenn der geforderte Betrag groß genug ist. Und natürlich nur, wenn der Cashpuffer dafür ausreicht.

Ich habe auch eine zweite Version der Tabelle angefertigt, darin wird auch der Stand des Cashpuffers berücksichtigt.

Ich wünsche Dir viel Freude beim Experimentieren! Ist Value Averaging etwas für Dich? Klingt die Strategie sinnvoll oder ist das alles viel zu kompliziert im Vergleich zum Autopilot-Sparplan?

Ein Gedanke zu „Value Averaging – die Einzahlungsstrategie für mehr Rendite?“

  1. Spannender Ansatz.

    Aber monatlich das Depot checken ist vielleicht etwas viel für den passiven Investor?

    Und ich soll nach dem Crash all-in in Aktien gehen? Muss man auch erstmal aushalten können!
    Aber sicher eine bessere Idee als prozyklisch zu verkaufen (so wie Scalable Capital im April).

    Andere schwören auf Trend Following, ist das hier eine entgegengesetzte Strategie?

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